IT-Firmenrating 2017: Arbeitsrechte bleiben ein wunder Punkt

Wie verhalten sich die zehn Firmen mit dem grössten Schweizer Marktanteil an mobilen Geräten und Computern – Acer, Apple, Asus, Dell, HP, HTC, Huawei, Lenovo, Samsung, Sony – bezüglich Arbeitsrechten, Konfliktmineralien und Umwelt?

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Fehlt das Land, fehlt das Brot. In der Ökumenischen Kampagne 2017 wiesen wir auf die negativen Folgen von Land Grabbing hin. Auch Schweizer Banken finanzieren Projekte, die Monokulturen von auswärtigen Investoren fördern. Das Nachsehen haben die einheimischen Bauernfamilien, wie das Beispiel von Palmölplantagen in Indonesien zeigt.

 

In Indonesien steigt die Nachfrage nach Flächen für den Anbau von Ölpalmen rasant. Ausländische Investoren oder inländische Eliten haben sich hunderte von Quadratkilometern Land gesichert. Sie wollen Palmöl ernten und als Rohstoff beispielsweise an die Nahrungsmittel- und Kosmetikindustrie verkaufen. Hinter den Investitionen stecken auch Schweizer Banken. Was den Interessen der Investoren dient, verletzt aber das Recht auf Nahrung vieler Menschen vor Ort.

 

Land Grabbing nimmt den Bäuerinnen und Bauern das Land. Sie können es nicht mehr selbstbestimmt nutzen und ihre Ernährung sicherstellen. Das ist aber für viele Menschen die Voraussetzung, um ein Leben in Würde zu führen. Sie verlieren damit nicht nur ihre Existenz, sondern auch ihre Zuversicht.

 

Aus dem Garten Eden werden Wüsten

 

Land Grabbing für Plantagen hat gravierende Auswirkungen. Wälder werden abgeholzt und fruchtbare Felder verschwinden. Die Vielfalt an Früchten, Medizinalpflanzen, Holz und Tieren, die den Menschen zum Leben dient, geht verloren. Stattdessen entstehen Monokulturen, bei deren Bewirtschaftung viel Pflanzen- und Insektengift eingesetzt wird. Das vergiftet Bäche und das Grundwasser. Zurück bleiben tote Böden. Mit dem Verlust des Landes als Nahrungsquelle und damit als eine nährende Wohnstatt geht oft auch die Beziehung zur Götterwelt verloren. 

 

Land muss dem Leben dienen

 

Land muss dem Leben dienen und nicht dem Profit, lautet die zentrale Aussage der Ökumenischen Kampagne 2017. Die Menschen dürfen nicht den Boden unter den Füssen verlieren. Kaufen Investoren Land und legen grosse Plantagen an, haben die Bauern und Bäuerinnen keinen Zugang mehr zu Land. Dabei ernährt die bäuerliche Landwirtschaft die Welt. Die bäuerlichen Familienbetriebe stellen 70 Prozent der weltweiten Nahrungsmittelproduktion sicher. Über 80 Prozent der ländlichen Bevölkerung in Entwicklungsländern hängen direkt von dieser kleinbäuerlichen Landwirtschaft ab. Sie versorgen ausserdem auch die städtischen Armen mit lokalen und erschwinglichen Lebensmitteln. Sie braucht weniger Dünger, Pestizide und Energie, belastet also die Umwelt viel weniger.

 

Schweizer Banken beteiligt

 

In Indonesien, dem Beispielland der Ökumenischen Kampagne 2017, sind hunderte von Quadratkilometern von Land Grabbing und Abholzung betroffen. Hinter dieser unheilvollen Entwicklung stecken die Gelder von in- und ausländischen Investoren. Deshalb fordern HEKS, Fastenaktion und Partner sein, dass Banken und Finanzinstitute keine Geschäfte tätigen, die Land Grabbing fördern.

 

Vielfalt statt Monokulturen

 

Mit der Ökumenischen Kampagne 2017 geht der Einsatz der Entwicklungsorganisationen HEKS, Fastenaktion zusammen mit Partner sein für das Recht auf Nahrung weiter. Gemeinsam mit den Partnerorganisationen im Süden soll ein Umdenken beim Investieren erreicht werden, damit der Zugang zu Land sichergestellt und eine ressourcenschonende Landwirtschaft gefördert wird. Es geht um eine gesunde Beziehung zu dem, was uns nährt. Diejenigen Menschen, die das Land für die nachhaltige Produktion von Lebensmitteln nutzen und es auch für ihre Kinder und Enkel als fruchtbares Land bewahren wollen, müssen auch die Kontrolle über das Land haben. Sonst fehlen bald vielen Menschen erst das Land und dann das Brot.

Frühere Publikationen der Fastenaktion und HEKS zu Land Grabbing

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Millionen Arbeiterinnen und Arbeiter in China produzieren Smartphones, Tablets und Computer für den westlichen Markt. Dabei kommen sie allzu oft mit dem hochgiftigen Lösungsmittel Benzol in Berührung – ohne jegliche Schutzausrüstung.

Weltweit leiden rund 300’000 Menschen an den Folgen einer Benzolvergiftung, jährlich sterben Tausende von ihnen. In der Schweiz und anderen westlichen Ländern ist der industrielle Einsatz von Benzol deshalb seit langem verboten.

 

Die Schweizer Mobiltelefon-Verkäufer sind als Teil der Lieferkette mitverantwortlich, wenn Arbeiterinnen und Arbeiter an den Folgen von Benzol sterben. Das Verhalten dieser Unternehmen in Sachen Sorgfaltspflicht ist jedoch mittelmässig bis inakzeptabel.

 

Unsere Kampagne hat die Schweizer Mobiltelefon-Verkäufer aufgerüttelt. Folgendes haben wir erreicht: Swisscom und Sunrise haben schnell auf unseren Appell reagiert. Bei Salt und Mobilezone haben jedoch sämtliche Bemühungen nicht genügt, um einen Dialog bezüglich der Verwendung von Benzol einzuleiten. Eine Reaktion ihrerseits blieb bis heute aus.

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Mit der Mine kam der Hunger

Landraub durch Minenfirmen, unmenschliche Arbeitsbedingungen in Textilfabriken, Umweltverschmutzung beim Rohstoffabbau – auch Schweizer Unternehmen sind in Menschenrechtsverletzungen verwickelt. Deshalb haben Fastenaktion und HEKS zusammen mit rund 80 weiteren Organisationen die Konzernverantwortungsinitiative lanciert. Sie will eine Schweizer Gesetzeslücke schliessen, damit Konzerne auch im Ausland sorgfältig wirtschaften.

«Früher lebten wir, heute überleben wir». Die Worte stammen von einer 25-jährigen Mutter aus Bissa in Burkina Faso. Zusammen mit 14‘000 Menschen musste sie drei Goldminen weichen. Das Gold daraus wurde in der Schweiz verarbeitet. Viele der Umgesiedelten haben dafür ihr Land und den Zugang zu Wasser verloren. Nun sind die Ernten kleiner und der Hunger nimmt zu. Das Beispiel aus Bissa ist nur eines von vielen, die Menschenrechtsverletzungen bezeugen, in die Schweizer Konzerne verwickelt sind. 

Fastenaktion und HEKS haben eine Studie veröffentlicht zur Menschenrechtspolitik der 200 grössten Schweizer Konzerne. Die Untersuchung hat ergeben, dass lediglich elf Prozent eine ernstzunehmende Menschenrechtspolitik haben. Mehr als zwei Drittel der Konzerne machen überhaupt nichts in diesem Bereich.

Der Bundesrat betont, dass multinationale Unternehmen Menschenrechte und Umweltstandards einhalten müssen, doch er setzt lediglich auf freiwillige Massnahmen. Freiwilligkeit reicht hier nicht aus. Deshalb unterstützen Fastenaktion und HEKS die Konzernverantwortungsinitiative.

Die  Initiative sieht deshalb vor, dass für Unternehmen neu eine Sorgfaltsprüfungspflicht eingeführt wird. Das bedeutet: Alle Konzerne müssen überprüfen, ob durch Tätigkeiten im Ausland Menschenrechte und Umweltstandards verletzt werden, entsprechend handeln und darüber berichten. Missachten die Konzerne ihre Sorgfaltsprüfungspflicht, können sie in der Schweiz für ihre schädlichen Handlungen eingeklagt werden. 

Fastenaktion und HEKS haben solche Praktiken in der Vergangenheit immer wieder angeprangert.

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