Wer an den KlimaGesprächen teilnimmt, verringert in der Folge seinen CO2-Fussabdruck massgeblich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Center for Development and Environment (CDE) der Universität Bern.

Gemeinsam den CO2-Ausstoss reduzieren

Neue Studie belegt: KlimaGespräche wirken

Wer an den KlimaGesprächen teilnimmt, verringert in der Folge seinen CO2-Fussabdruck massgeblich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Center for Development and En-vironment (CDE) der Universität Bern. Seit 2019 haben mehr als 400 Personen an den von HEKS und Fastenaktion angebotenen Gesprächen teilgenommen, die auf persönliche Aus-einandersetzung und Austausch in der Gruppe setzen. Ab September finden an diversen Orten in der Schweiz erstmals KlimaGespräche in einem neuen Format statt.

Dürre und Hitzewellen machen der Schweiz und ganz Europa zu schaffen. Viele Menschen machen sich deshalb immer mehr Sorgen über den Klimawandel. Trotzdem ist es für die meisten schwierig, ihren Lebensstil anzupassen und etwa auf das Auto, die Ferienwohnung, exotische Lebensmittel oder ein neues Handy zu verzichten. Dies zu ändern, ist das Ziel der KlimaGespräche. Dazu vereint dieses Format technische und psychologische Aspekte und setzt auf die Dynamik der Gruppe (siehe Infobox).

Mit Erfolg: Eine vom CDE durchgeführte wissenschaftliche Untersuchung verglich den CO2-Ausstoss der Teilnehmenden mit einer entsprechenden Kontrollgruppe. Der Klima-Fussabdruck sank in der Gruppe der Teilnehmenden um 1,2 Tonnen CO2 stärker als bei der Kontrollgruppe. Dies entspricht rund zehn Prozent des durchschnittlichen Schweizer Klima-Fussabdrucks. Klar am stärksten war der Rückgang im Bereich Mobilität, wobei vor allem der Verzicht auf Flugreisen einen grossen Beitrag leistete. Doch auch in anderen Bereichen gelang eine Reduktion, etwa im Bereich Ernährung und beim Konsum.

Besonders bemerkenswert: «Obwohl die Teilnehmenden bereits sehr klimafreundlich in die Gespräche gingen, konnten signifikante Veränderungen in verschiedenen Verhaltensbereichen im Ver-gleich zur Kontrollgruppe erzielt werden. Dieser Einfluss könnte noch vergrössert werden, wenn eine breitere Zielgruppe angesprochen werden könnte», bemerkten die Autor:innen der Studie. Die Teilnehmenden erachteten es zudem als deutlich wahrscheinlicher, dass sie in Zukunft klimafreundli-che Verhaltensweisen umsetzen werden. Auch die Unterstützung für eine strengere Klimaschutzpolitik und ihr umweltfreundliches Alltagsverhalten erhöhten sich.

Neue KlimaGespräche ab September

Ab Mitte September starten zahlreiche neue KlimaGespräche in der ganzen Deutschschweiz. Die Resultate der CDE-Studie fliessen in die geplanten Gespräche ein, die in einem überarbeiteten Format und mit aktualisierten Inhalten starten. Neu analysieren die Gruppen in vier statt wie bisher sechs Gesprächsrunden ihre eigenen Gewohnheiten in den Bereichen Mobilität, Ernährung sowie Konsum und deren Folgen fürs Klima. Grösseres Gewicht erhalten ausserdem die Fragen, wie die Teilnehmenden ihr Umfeld für einen nachhaltigen Lebensstil sensibilisieren und wie sie sich über das eigene Verhalten hinaus für den Klimaschutz einsetzen können.

Infobox: Die KlimaGespräche

Die KlimaGespräche verbinden Fakten mit der persönlichen Erfahrung und Lebenswelt. So geht es nebst Information vor allem darum, sich selbst mit eigenen Gewohnheiten, Dilemmata und Werten auseinanderzusetzen und dank dem Austausch in der Gruppe ins Handeln zu kommen. «In unseren Partnerprojekten im Süden sehen wir die verheerenden Auswirkungen der Klimakrise, wir hier in Europa müssen unseren Beitrag leisten», sagt Daniel Wiederkehr, Verantwortlicher für die KlimaGe-spräche in der Deutschschweiz. Dabei setzen die KlimaGespräche dort an, wo die Wissensvermittlung aufhört. Denn die Erfahrung der letzten Jahre zeigt deutlich, dass Informationen über den Klimawandel allein nicht genügen, um Menschen zu Verhaltensveränderungen zu bewegen. «Es braucht die persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema», sagt Wiederkehr.

Die Methode der KlimaGespräche wird inzwischen in zahlreichen Ländern wie Frankreich, Grossbri-tannien, Holland und Kanada erfolgreich angewandt. HEKS und Fastenaktion lancierten die Gespräche, die vom Bundesamt für Umwelt und verschiedenen Kirchgemeinden, Städten und Kantonen unterstützt werden, 2019 in der Deutschschweiz. In den vergangenen Jahren haben mehr als 400 Personen von St. Gallen über Zürich und Basel bis ins Wallis daran teilgenommen. Wer an den KlimaGesprächen teilgenommen hat, kann sich im Anschluss selber zum Moderator oder zur Modera-torin ausbilden lassen. Damit sollen möglichst viele Personen an verschiedensten Orten in der Deutschschweiz erreicht werden.

Mehr Informationen, Daten der geplanten KlimaGespräche und Anmeldung:

Studie des CDE: Zusammenfassung

Rückfragen und Auskünfte:

  • Barbara Lutz, HEKS; ; 031 385 18 40
  • Daniel Wiederkehr, Fastenaktion; ; 041 227 59 48
Die Ökumenische Kampagne 2023 stellt Klimagerechtigkeit, unsere Ernährung und deren Produktion in den Fokus.

Ökumenische Kampagne 2023

Klimaextreme wie Dürreperioden, übermässige Niederschläge oder Wirbelstürme gefährden den Anbau von Nahrungsmitteln und somit das Recht auf Nahrung von Millionen Menschen. Dies trifft kleinbäuerliche Familien im globalen Süden mit Hunger und Not und offenbart eine der herrschenden Ungerechtigkeiten: Die Menschen, die am wenigsten zur Klimaerhitzung beitragen, leiden am meisten darunter. Deshalb stellt die Ökumenische Kampagne 2023 im Rahmen des Themenzyklus Klimagerechtigkeit das Recht auf Nahrung, die Produktion der Nahrungsmittel und unsere Ernährungsgewohnheiten in den Fokus.

Klimagerechtigkeit verlangt, dass alle Menschen – auch die heranwachsenden und zukünftigen Generationen – ein Leben in Würde führen können. Folglich müssen wir Verantwortung übernehmen und unser Konsumverhalten sowie unseren Lebensstil schöpfungsverträglich gestalten. Die christliche Spiritualität schlägt eine Vision vor, welche die Liebe Gottes als Verbindung zu allem Lebendigen betrachtet. Der Mensch wird dazu aufgerufen, jede Handlung mit dieser Haltung zu verbinden. Fastenaktion, Partner sein und HEKS weisen darauf hin, dass die Klimaerhitzung und die damit verbundene Umweltzerstörung mit dem Armutsproblem untrennbar verknüpft sind. Verantwortung übernehmen heisst, diese Verbindung ernst zu nehmen, solidarisch zu handeln und den eigenen ökologischen Fussabdruck zu reduzieren.

 

Die Ökumenische Kampagne 2023 richtet den Fokus auf unsere Ernährung und deren Produktion. Die Art und Weise, wie wir heute Lebensmittel produzieren, ist für mehr als ein Drittel der schädlichen Treibhausgase verantwortlich. Die Landwirtschaft – insbesondere die intensive und industriell ausgerichtete – ist eine der grössten Verursacherinnen von Klimagasen. Ein Wandel hin zu einer ressourcenschonenden, umweltfreundlicheren Landwirtschaft und einem lokalen, saisonalen Konsum hilft mit, die Treibhausgasbilanz von Ernährung und Produktion zu verbessern.

 

HEKS, Fastenaktion und Partner sein fördern mit ihren Projekten eine kleinräumige Landwirtschaft, die auf Austausch, standortangepassten Anbau, lokale Vermarktung und politische Partizipation setzt. Diesen Ansatz fassen die Organisationen unter dem Begriff Agrarökologie zusammen. Agrarökologie hat mehrere Vorteile: Sie stösst weniger Klimagase aus als die industrielle Landwirtschaft und fördert die Anpassung an die veränderten Klimabedingungen. Sie setzt auf Vielfalt, lokal angepasste Sorten und Anbaumethoden und kann so auch Extremwetter trotzen. Agrarökologie hat zudem die Gesundheit der Menschen im Blick und sichert die Ernährung in Krisenzeiten.

 

Bäuerinnen und Bauern im globalen Süden produzieren dank Agrarökologie qualitativ gute Produkte, die ihre Ernährung und ihr Einkommen langfristig sichern. Dieser Ansatz hilft auch dabei, dass die Landwirtschaft und die Ernährung vom Problem zu einem Lösungsansatz werden. Zusammengefasst fördert die Agrarökologie regionalen und saisonalen Konsum, faire Vermarktung sowie ökologische und nachhaltige Produktionsweisen.

 

Ziel der Ökumenischen Kampagne ist es,

  • für die Ursachen der Klimaerhitzung zu sensibilisieren.
  • einen Beitrag dazu zu leisten, die Erderwärmung auf 1.5° C zu begrenzen.
  • Impulse für einen schöpfungsverträglichen Lebensstil zu geben.
  • Mittel für die Projekt- und Programmarbeit der Organisationen zu sammeln, um klimarelevante und ernährungssichernde Projekte zu fördern.
  • einen spirituellen Input für die Fasten- bzw. Passionszeit zu geben.

 

Die Ökumenische Kampagne vom 22. Februar bis 09. April 2023 ist die dritte des vierjährigen Themenzyklus Klimagerechtigkeit. Sie schliesst an frühere Kampagnen zum Thema Klima an (1989 – „Die Zeit drängt“, 2009 – „Weil das Recht auf Nahrung ein gutes Klima braucht“ und 2015 – „Weniger für uns. Genug für alle“).

Weiterführende Unterlagen:

Auskünfte:  

  • Selina Stadler, Kommunikation Ökumenische Kampagne, 
    , 041 227 59 22 
  • Elke Fassbender, Leiterin Ökumenische Kampagne,
    031 380 65 91
Die Schweizer Klimapolitik stockt und die Zeit drängt! Mit den Instrumenten von heute erreichen wir die Ziele von morgen nicht. Doch eine Klimaerhitzung über 1,5° C würde irreparable Schäden verursachen.

Luzern/Zürich, 15. März 2022. Ab heute lebt die Schweiz in bezug auf die Klimagerechtigkeit auf Kosten anderer. Die Menge CO2, welche die Schweiz ausstossen darf, um die 1.5-Grad-Beschränkung einzuhalten, ist erreicht. Fastenaktion, HEKS und Partner sein forderten deshalb an einer Medienkonferenz in Bern ambitionierte Klimaziele. Es braucht konkrete und griffige Massnahmen, damit die Schweiz das Ziel Netto-Null bis 2040 erreicht. Nur so können die Klimagerechtigkeit garantiert und jene Menschen gestärkt werden, die am meisten unter den Auswirkungen der Klimaerhitzung leiden.

Um die globale Erwärmung bei 1,5 Grad zu stoppen, wie es das Pariser Klimaabkommen anstrebt, hat sich die Schweiz das Netto-Null-Ziel bis 2050 gesetzt. In Bezug auf die Klimagerechtigkeit haben wir jedoch heute schon unser ganzes CO2-Guthaben aufgebraucht. Zu diesem Schluss kam eine Diskussion zum Thema Klimagerechtigkeit von Ethiker:innen aus kirchlichen Institutionen. Diskutiert wurde auf der Grundlage von klimawissenschaftlichen Daten des Weltklimarates. Ab heute dürfte die Schweiz folglich kein CO2 mehr ausstossen. Dies tut sie aber weiterhin – auf Kosten anderer. «Jetzt ist es an der Zeit, konsequent und ambitioniert zu handeln. Die Schweiz muss ihren Beitrag zu mehr Klimagerechtigkeit leisten», sagte Judith Macchi, Themenbeauftragte für Klima und Umwelt bei HEKS, an der Medienkonferenz in Bern.  

Bemühungen für mehr Klimagerechtigkeit

In einem offenen Brief fordern die Hilfswerke von Bundesrat und Parlament ambitioniertere Klimaziele. «Wir verlangen die konsequente Abkehr von fossilen Energieträgern», erklärte Stefan Salzmann, Beauftragter für Klima- und Energiepolitik bei Fastenaktion. «Das Netto-Null-Ziel muss 2040 erreicht sein – nicht 2050 wie bis anhin – und dies auf einem mindestens linearen Absenkpfad. Zudem sollen die Beiträge zur Finanzierung von Emissionsminderungen und Anpassungen in anderen Ländern erhöht werden». Im Rahmen der Ökumenischen Kampagne haben die Hilfswerke deshalb eine Petition lanciert, die über Postkarten an Bundesrätin Sommaruga unterzeichnet werden kann. Bundesrat und Parlament werden darin aufgefordert, eine mutige und weitsichtige Klimapolitik zu betreiben und ihre Verantwortung für Klimagerechtigkeit wahrzunehmen.   

Sicht aus dem Süden

Jedes zusätzliche Zehntelgrad an globaler Erwärmung führt zu häufigeren Wetterextremen, mit welchen die Menschen in den Programmländern der drei Hilfswerke vermehrt zu kämpfen haben. Die Dürre in Madagaskar hat zu einer Hungersnot geführt, Taifune auf den Philippinen sorgten für Verwüstung und Armut, Überschwemmungen in Kolumbien raubten den Betroffenen die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Die Folgen des Klimawandels sind sichtbar, und wohlhabende Länder wie die Schweiz stehen in der Verantwortung zu handeln. Zum einen, weil sie deutlich mehr zur Klimaerwärmung beitragen als die Menschen im globalen Süden, die jedoch ungleich stärker davon betroffen sind; zum anderen, weil sie im Gegensatz zu ärmeren Regionen die nötigen Ressourcen dafür haben. Der neueste IPCC-Bericht betont die Bedrohung des Klimawandels für die Menschheit und die Erde: Werde nicht bald entschlossen gehandelt, schliesse sich «für alle das Fenster auf eine sichere,  lebenswerte und nachhaltige Zukunft». 

Weiterführende Unterlagen:

  • «Handeln», das Magazin von HEKS zum Thema 
  • «Perspektiven», das Magazin von Fastenaktion zum Thema  

Auskünfte:  

  • Bettina Filacanavo, Medien und Information, HEKS, ; 076 461 88 70 
  • Selina Stadler, Kommunikation Ökumenische Kampagne, , 041 227 59 22 
In einigen Regionen der Welt sind die Grenzen der Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel bereits erreicht. Zu diesem alarmierenden Schluss kommt der neue Bericht des Weltklimarats (IPCC).

Sehr geehrte Frau Bundesrätin
Sehr geehrte Damen und Herren des Parlaments

In den kommenden Sessionen stellen Sie die Weichen für unser Klima. Jetzt ist es an der Zeit zu handeln. Dafür sind Taten und ein mutiges Vorangehen gefragt. Die Bevölkerung trägt den ambitionierten
Klimaschutz mit.

Fastenaktion (ehemals Fastenopfer) und HEKS widmen die Fastenzeit bzw. die Zeit vor Ostern dem Thema Klimagerechtigkeit. Die Auswirkungen der Klimaerhitzung sind Alltag der Partnerorganisationen von HEKS und Fastenaktion: Die Dürre und die darauf folgende Hungersnot in Madagaskar und der verheerende Taifun auf den Philippinen sind nur zwei aktuelle Beispiele dafür.

Wenn wir Klimagerechtigkeit ernst nehmen, dann müssen wir jetzt handeln. Eine ethische Beurteilung zu Klimagerechtigkeit vom Herbst 2021 kommt zum Schluss, dass die Menge CO2, welche die Schweiz ausstossen darf, um die 1.5-Grad-Beschränkung einzuhalten, am 15. März 2022 erschöpft ist. Ab dem 15. März 2022 leben und konsumieren wir in der Schweiz auf Kosten anderer. Das ist unfair! Mehr Informationen dazu finden Sie auf: sehenundhandeln.ch/Klimabudget.

Deshalb fordern Fastenaktion und HEKS Sie auf, die Erreichung ambitionierter Klimaziele zu ermöglichen: Sei es durch ein neues, griffiges CO2-Gesetz oder damit, dass im Gegenvorschlag zur Gletscherinitiative
das Netto-0-Ziel bis 2040 festgeschrieben wird. Dieses Ziel muss auf einem mindestens linearen Absenkpfad erreicht werden und bedingt einen konsequenten Ausstieg aus fossilen Energieträgern.

Wir danken für Ihren Mut und Ihre Bereitschaft, vorwärts zu gehen. Die heranwachsenden und künftigen Generationen in der Schweiz, aber auch weltweit, werden es Ihnen danken!

Für Rückfragen, Diskussionen oder Erläuterungen steht Ihnen unser Klima-Team gerne Verfügung!

Mit hoffungsvollen Grüssen

Bernd Nilles, Geschäftsleiter Fastenaktion
Peter Merz, Direktor HEKS

Mehr Informationen:

Auskünfte:

  • Yvan Maillard Ardenti, Themenbeauftragter für Klimagerechtigkeit HEKS
    yvan.maillard@heks.ch, +41 79 489 3824
  • Stefan Salzmann, Klima- und Energiepolitik, Fastenaktion
    , +41 41 227 59 53
Die Klimakrise ist akut. Am stärksten betroffen sind Menschen im globalen Süden, die am we-nigsten zum Klimawandel beitragen. Das ist ungerecht.

Medienmitteilung

Energieverschwendung führt zu Überschwemmungen

2. März 2022, Luzern/Zürich. Die Klimakrise ist akut. Am stärksten betroffen sind Menschen im globalen Süden, die am wenigsten zum Klimawandel beitragen. Das ist ungerecht. Während viele Menschen keinen Zugang zu «sauberer» Energie haben, verbrauchen wir im Norden zu viel Energie. Dieser Überkonsum ist einer der grössten Treiber der Klimakrise, die zu Hunger und Armut bei den Menschen im globalen Süden führt. Länder wie die Schweiz, die über ihre Ver-hältnisse leben, müssen daher mehr für den Klimaschutz tun und ihren CO2-Ausstoss verrin-gern. Darum fordern Fastenaktion, HEKS und Partner sein in der Ökumenischen Kampagne 2022 mehr Klimagerechtigkeit.

Würden alle Menschen der Welt so konsumieren wie wir in der Schweiz, bräuchten wir mehr als drei Erden. Wir haben jedoch nur diese eine, und die gilt es zu beschützen. Deshalb fordert die Ökumenische Kampagne für die Schweiz die Reduktion des CO2-Ausstosses auf Netto-Null bis 2040. Die Energieproduktion ist weltweit für rund 70 Prozent des CO2-Ausstosses verantwortlich. Wir können und müssen unseren Energieverbrauch reduzieren – einerseits durch einen bewussteren und nach-haltigeren Konsum, andererseits durch den Umstieg auf erneuerbare Energien. Dafür braucht es ein Umdenken auf individueller Ebene sowie konkrete politische Vorgaben.

Die Forderung «Klimagerechtigkeit-jetzt» der Ökumenischen Kampagne 2022 von Fastenaktion, HEKS und Partner sein will für Klimaschutz, Alternativenergie und Eigenverantwortung sensibilisie-ren. Dies geht Hand in Hand mit den grundsätzlichen Themen der Organisationen, wie die Verteidigung der Menschenrechte, die Überwindung der Armut oder das Recht auf Nahrung. Wir haben das nötige Wissen, die Technologien und die Ressourcen zur Umstellung auf erneuerbare Energien. Fastenaktion und HEKS fördern dies mit ihren Projekten. Die Umstellung darf jedoch keinesfalls auf Kosten der Ärmsten geschehen, sondern muss sozial und ökologisch verträglich sein.

Globale Zusammenhänge erkennen und handeln

«Mein Haus wurde überschwemmt», berichtet eine Frau aus Indonesien; «wir haben immer weniger Wasser» ein Mann aus Kolumbien. So gegensätzlich die Aussagen der Betroffenen auch scheinen, so ähnlich sind sie in ihrem Ursprung. Der Klimawandel zeigt sich besonders verheerend in den Projektländern der drei Organisationen. Zu viel oder zu wenig Regen, Überschwemmungen, Taifune, Dürren – solche extremen Wetterereignisse führen dazu, dass die betroffene Bevölkerung mit Hunger und Armut zu kämpfen hat. Um diese Entwicklung zu stoppen, muss der globale Temperaturanstieg auf 1.5°C beschränkt bleiben – so wie im Pariser Klimaabkommen vereinbart. Deshalb beziehen Fastenaktion, HEKS und Partner sein mit der Ökumenischen Kampagne auch politisch Position und fordern Parlament und Bundesrat auf zur raschen Revision des CO2-Gesetzes.

Weiterführende Unterlagen:

Auskünfte:

  • Selina Stadler, Kommunikation Ökumenische Kampagne,
    , 041 227 59 22
  • Lorenz Kummer, Medien und Campaigning, HEKS,
    , 079 489 3824
In einigen Regionen der Welt sind die Grenzen der Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel bereits erreicht. Zu diesem alarmierenden Schluss kommt der heute veröffentlichte Bericht des Weltklimarats (IPCC). Besonders betroffen sind Menschen im globalen Süden, die wenig zur Klimakrise beigetragen haben. Die Entwicklungsorganisationen Fastenaktion und HEKS fordern deshalb dringend mehr Klimagerechtigkeit.

28. Februar 2022, Zürich/Luzern. In einigen Regionen der Welt sind die Grenzen der Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel bereits erreicht. Zu diesem alarmierenden Schluss kommt der heute veröffentlichte Bericht des Weltklimarats (IPCC). Besonders betroffen sind Menschen im globalen Süden, die wenig zur Klimakrise beigetragen haben. Die Entwicklungsorganisationen Fastenaktion und HEKS fordern deshalb dringend mehr Klimagerechtigkeit.

Der Umfang des IPCC-Berichts ist gigantisch, die Ergebnisse einmal mehr alarmierend: Rund 270 internationale Klimaexpert:innen haben über 34 000 wissenschaftliche Publikationen ausgewertet und auf dieser Grundlage den 2500 Seiten starken zweiten Teil des sechsten IPCC-Berichts erstellt. Darin geht es um die Folgen des Klimawandels für Natur und Menschen und um die Anpassungen, die nötig sind, um das Leben auf der Erde im Gleichgewicht zu halten.

Der neueste Bericht des Weltklimarats macht deutlich: «In Armut lebende Menschen sind nicht in der Lage, sich ausreichend an die Klimaerhitzung anzupassen. Das gefährdet ihre Versorgung mit Nahrungsmitteln. Hier sind die Verursacher:innen der Klimakrise in der Pflicht. Sie müssen Unterstützung bieten», erklärt Stefan Salzmann, Programmverant-wortlicher für Klimagerechtigkeit und Klimapolitik bei Fastenaktion, der zum Bericht einen Blogbeitrag verfasst hat. Quer über die 18 Kapitel des Berichts wird klar, wie gross die Herausforderungen sind: Die Klimaerhitzung ist so weit fortgeschritten, dass gewisse Regionen sich bereits jetzt nicht mehr an die Folgen dieser Krise anpassen können.

Eine Frage der Gerechtigkeit

Es sind vor allem Menschen im globalen Süden, die zunehmend in ihrer Existenz bedroht sind. Dies bestätigt Judith Macchi, Themenverantwortliche für Klimawandel und Resilienz bei HEKS: «Wir erleben es derzeit im südlichen Äthiopien. Eine Dürre alle zehn Jahre war dort früher normal. Nun aber häufen sich diese Extremwetter-Ereignisse. Aktuell kämpfen die Menschen mit der dritten Dürre seit 2012, und es gelingt ihnen nicht mehr, sich von einem zum nächsten Dürreschock zu erholen.»

Das Beispiel Äthiopien führt vor Augen, dass Menschen die Folgen einer Krise ausbaden müssen, die sie nicht mitverursacht haben. Im neuen Positionspapier zum Thema Klimagerechtigkeit definiert HEKS, was es unter diesem Begriff versteht und wie es in seinen Projekten Menschen rund um den Globus in ihrem Kampf gegen die Folgen der Klimaerhitzung unterstützt. Dazu kommen Forderungen für eine klimagerechte Welt. «Wir verlangen, dass der Klimawandel nicht nur als umwelt-, sondern auch als sozial- und menschenrechtspolitisches Problem angegangen wird», so Macchi. «Deshalb engagieren wir uns für den Schutz der Rechte der Schwächsten und eine gerechte Verteilung der Kosten und Lasten des Klimawandels.»

Ökumenische Kampagne

In der Schweiz rücken Fastenaktion und HEKS das Thema Klimagerechtigkeit durch die Ökumenische Kampagne ins Bewusstsein. Die diesjährige Kampagne, die am 2. März beginnt, thematisiert im Rahmen des vierjährigen Kampagnenzyklus «Klimagerechtigkeit-jetzt! die Energieverschwendung in wohlhabenden Ländern wie der Schweiz, während viele Menschen in Ländern des globalen Südens keinen Zugang zu verlässlicher und sauberer Energie haben. Konkret fordern die Entwicklungsorganisationen Bundesrat und Parlament zur raschen Revision des CO2-Gesetzes auf – mit dem Ziel, den CO2-Ausstoss der Schweiz bis 2040 auf Netto Null zu reduzieren.

Auskünfte:

  • Lorenz Kummer, Medien und Campaigning HEKS; +41 79 489 3824;
  • Stefan Salzmann, Klima- und Energiepolitik, Fastenaktion; , +41 41 227 59 53
Mischa von Arb. © Manu Friederich

Das Kampagnenplakat für die diesjährige Ökumenische Kampagne von HEKS und Fastenaktion polarisiert. Im Vordergrund stehen zwei Menschen beim Grillspass. Auf den ersten Blick wirkt alles normal. Doch der Schattenwurf zeigt abgebrannte Baumstümpfe. Der Text «Weniger Fleisch – mehr Regenwald» akzentuiert die Aussage. Damit zeigt das Plakat die Schattenseite unseres Konsums. Weshalb diese Aussage? Mischa von Arb ist Koordinator der Ökumenischen Kampagne und gibt Aufschluss.

«Die Kampagne hatte zum Ziel, das Thema Klimagerechtigkeit von einer abstrakten Frage, die uns scheinbar nichts angeht, zu einer ganz persönlichen, emotionalen Auseinandersetzung zu machen. Damit steht das Plakat auch in der katholischen Fastentradition. Seit Jahrhunderten wird in der Fastenzeit auf etwas verzichtet. Dies aber nicht im Sinne einer «Diät», sondern im Sinne der Solidarität und der Frage, was jeder Mensch selber zu einer gerechteren Welt beitragen könnte.

Das Thema Fleischkonsum eignet sich gut dafür. Das Plakat macht eine Verbindung von industrieller Fleischproduktion zum Regenwald. Partnerorganisationen von HEKS und Fastenaktion aus Afrika, Lateinamerika und Asien berichten über die gravierenden Auswirkungen des Landbedarfs für die weltweite Futtermittel- oder Fleischproduktion: Regenwälder werden abgebrannt, und der Zugang zu Land für lokale Gemeinschaften – also auch für Bäuerinnen und Bauern – wird bedroht.

In den letzten Jahren hat sich der Konsum hierzulande zu den «edlen Stücken» hin entwickelt. Wollen wir Foodwaste vermeiden und einen ethischen Konsum befördern, geht es nicht zuletzt auch darum, das ganze Tier zu nutzen. Fakt ist aber auch: Die Produktion von nicht-tierischen Kalorien braucht bedeutend weniger Energie, Input und Land. Deshalb leisten wir mit «weniger Fleisch» einen konkreten Beitrag für mehr Ernährungs- und Klimagerechtigkeit in der Welt.

Bewusst konsumieren

In der Kampagne ging es deshalb nie um die Forderung «kein Fleisch», sondern um weniger und bewussten Konsum. Damit sollen die Konsumierenden über die «Fleischfrage» hinaus dazu angeregt werden, vermehrt lokalen und saisonalen Produkten den Vorrang zu geben. HEKS und Fastenaktion setzen sich seit Jahren für lokalen, saisonalen und umweltschonenden Konsum ein. Denn bewusster Konsum dient auch unserer Landwirtschaft.

Was sagt uns das Plakat in Bezug auf die Klimagerechtigkeit? Der Schlüssel ist auch hier wieder der Schattenwurf des Bildes. Würden alle Menschen auf der Erde in der gleichen Weise wie Frau und Herr Schweizer konsumieren, würden wir weit mehr als drei Planeten Erde benötigen. Nehmen wir den Anteil an CO2 dazu, den wir für unseren Konsum importieren, wird der Abdruck noch grösser. Wir haben die Möglichkeiten, unseren Fussabdruck zu verringern und damit einen Beitrag dazu zu leisten, dass die Ziele des Pariser Klimaabkommens erreicht werden. Der Gerechtigkeitsaspekt liegt darin, dass die industrialisierten Länder seit Jahren weit mehr zur Klimaerwärmung beigetragen haben als Menschen im Kongo, Guatemala oder Indonesien.

Ja, das Kampagnenplakat für die diesjährige Fastenkampagne polarisiert und spitzt zu. Es zeigt die Schattenseite unseres Konsums – und es weckt Emotionen. Wenn das Plakat dazu anregt, darüber zu diskutieren, oder kleine Verhaltensänderungen zu erreichen, dann hat es bereits einen Teil der gewünschten Wirkung erreicht.»

Aufschluss zum Soja-Anteil in der Schweizer Landwirtschaft gibt die Studie der ZHAW vom Institut für Umwelt und natürliche Ressourcen Wädenswil.

Das Kampagnenplakat der Ökumenischen Kampagne 2021:

Das Kampagnenplakat zeigt Schattenseiten - exemplarisch an übermässigem Fleischkonsum, für den Regenwald gerodet wird.

5. April 2021, Bern/Luzern. Die Ökumenische Kampagne «Klimagerechtigkeit – jetzt!» von HEKS und Fastenaktion führte zu überdurchschnittlich vielen Reaktionen, negativen wie positiven. Die Klimagerechtigkeit wird die Debatte und die Tätigkeit der Entwicklungsorganisationen auch in den nächsten Jahren prägen.

Besonders bewegt habe das Kampagnenplakat, sagt Matthias Dörnenburg, Kampagnenleiter von Fastenaktion. Es steht exemplarisch für übermässigen Fleischkonsum, der Regenwald zum Verschwinden bringe und damit die Klimakrise vorantreibe. «Wir wollen weltweite Zusammenhänge aufzeigen, welche Auswirkungen unsere Entscheidungen für Menschen im globalen Süden haben, bei den Ärmsten, die bereits jetzt stark unter den Folgen des Klimawandels leiden» so Dörnenburg. Ein bewusster Konsum von Nahrungsmitteln bedeute, regionale und saisonale Produkte zu kaufen. Dies komme auch der Schweizer Landwirtschaft zu Gute.

Rückmeldungen gab es von Pfarreien und Kirchgemeinden, aber auch von Metzgern und Bäuerinnen. «Wenn das Plakat zum Diskutieren anregt oder kleine Verhaltensänderungen zugunsten des Klimas bewirkt, hat es viel der gewünschten Wirkung erreicht», sagt Elke Fassbender, Kampagnenleiterin bei HEKS. Viele haben die Entwicklungsorganisationen aber auch dafür gelobt, den Zusammenhang von Konsumverhalten hier und Auswirkungen anderswo so klar anzusprechen.

Wegen Corona fand mehr draussen statt

Hunderte von Pfarreien und Kirchgemeinden setzten das Kampagnenthema mit viel Kreativität um – wegen Corona oftmals draussen: als Familienlehrpfad, als «Klima-Landkarte», die ökologische Initiativen und Läden in der Gemeinde aufzeigte, als Posten- oder als Sponsorenlauf per Velo. Die Suppentage, welche Menschen in der Zeit vor Ostern zusammenbringen, wurden vielerorts als Take-Away oder Heimlieferdienst angeboten.

Die Ökumenische Kampagne der Entwicklungsorganisationen dauerte vom Aschermittwoch, 17. Februar, bis Ostersonntag, 5. April 2021. Trotz der durch Corona erschwerten Rahmenbedingungen ziehen die Organisationen eine positive Zwischenbilanz: «Das Thema Klimagerechtigkeit bleibt wichtig, und wir werden dranbleiben», sagt Fassbender.

Hallau führte durch verschiedene Stationen zum Thema Klima...
Hallau führte durch verschiedene Stationen zum Thema Klima...
...in Bolligen wurden persönliche Klimaziele gesetzt....
...in Bolligen wurden persönliche Klimaziele gesetzt....
...und in Sursee half Bischof Felix Gmür beim Ausliefern der Suppe.
...und in Sursee half Bischof Felix Gmür beim Ausliefern der Suppe.

Weitere Infos:

Auskünfte:

Lorenz Kummer, Medienbeauftragter HEKS, , 079 489 3824
Matthias Dörnenburg, Leiter Kommunikation Fastenopfer, , 041 227 59 21

Stefan Salzmann ist Programmverantwortlicher für Energie- und Klimagerechtigkeit bei Fastenopfer und Co-Präsident der Klima-Allianz Schweiz. Von 2010 bis 2012 arbeitete der Geograf und Volkswirtschafter für ein Energieprojekt im Pamirgebirge in Tadschikistan. Heute lebt er mit seiner Familie in Hinteregg, seine Freizeit verbringt er am liebsten in den Bergen.

Die reiche Schweiz kann und muss ihre Treibhausgasemissionen rasch und sozialverträglich reduzieren, sagt Klimaspezialist Stefan Salzmann.

Wo steht die Schweiz derzeit in Bezug auf das Pariser Klimaabkommen?

Im Moment stehen wir diesbezüglich in einer Warteposition, da das neue CO2-Gesetz noch einem Referendum unterstellt ist. Dieses Gesetz, das im Herbst 2020 vom Parlament verabschiedet wurde, verlangt für die Schweiz eine Reduktion des CO2-Ausstosses um mindestens 50 Prozent. 37,5 Prozent der Einsparungen müssten im Inland erfolgen, der Rest kann im Ausland kompensiert werden. Langfristig soll die Schweiz ab 2050 nicht mehr Treibhausgase in die Atmosphäre ausstossen, als durch natürliche und technische Speicher wiederaufgenommen werden. Nach aktuellem Kenntnisstand der Wissenschaft reichen diese Klimaziele nicht, um die im Pariser Abkommen angestrebte Beschränkung der Klimaerwärmung auf 1,5 Grad zu erreichen. Die Folgen sind ungewiss – irreversible Schäden wie zum Beispiel das Absterben von Korallen werden eintreten. Die wohlhabende Schweiz verfügt über die notwendigen Mittel und trägt gemäss Pariser Abkommen mehr Verantwortung als andere Länder. Sie muss deshalb schneller reduzieren und vorangehen.

Wie lauten demnach die Forderungen der Klima-Allianz Schweiz?

Die Klima-Allianz Schweiz, in der rund hundert Organisationen, darunter auch HEKS und Fastenaktion, zusammengeschlossen sind, fordert bis 2030 eine Reduktion der Treibhausgasemissionen im Inland um 60 Prozent gegenüber 1990. Die Klima-Allianz hat dafür einen Klimamasterplan für die Schweiz ausgearbeitet, der die notwendigen Massnahmen auflistet und zeigt, dass diese umsetzbar sind. Wenn man auf diesem Pfad weiterdenkt, erreichen wir um das Jahr 2040 das Ziel Netto-Null.

Was bedeutet das genau?

Netto-Null heisst, unter dem Strich werden nicht mehr Treibhausgas-Emissionen ausgestossen, als durch sogenannte Senken wieder kompensiert werden können. In der Schweiz nimmt zum Beispiel die Waldfläche zu, dadurch wird CO2 gebunden. Das kann als negative Emissionen angerechnet werden, was weiterhin einen minimalen Ausstoss an Treibhausgasen erlauben würde. Es gibt allerdings Modellrechnungen, die implizieren, dass man in Zukunft CO2 aus der Luft saugen und im Boden binden kann. Solche künftigen Technologien werden kaum je in grossem Stil zum Einsatz kommen und sollten genauso wenig in die Netto-Null-Rechnung einbezogen werden wie die Kompensation von Treibhausgasemissionen durch die Finanzierung von Aufforstungen im Ausland. Dies, weil langfristig alle Länder weltweit das Klimaziel Netto-Null erreichen müssen und ergo nichts mehr verkaufen können. Das heisst: Wir können unsere Hausaufgaben nicht exportieren – wir müssen das Klimaziel Netto-Null im Inland erreichen, ganz ohne im Ausland erkaufte Senken. Wenn dies bereits vor 2040 gelingt, umso besser; Je länger man mit der Umsetzung wartet, desto teurer wird es.

Der Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen ist die zentrale Forderung der Klimapolitik – gleichzeitig muss dieser Ausstieg auch sozialverträglich sein.

Diese Zielsetzung ist eine wichtige Motivation für das klimapolitische Engagement der Fastenaktion und HEKS. Die sozialen Aspekte sind Teil des angestrebten Wandels und müssen mitgedacht werden. Der Begriff Klimagerechtigkeit steht für unsere Forderung nach einer sozialgerechten Umsetzung der Klimapolitik. Diese hat eine zeitliche wie eine internationale Komponente: Es geht darum, den Planeten sowohl für künftige Generationen wie für Menschen in Regionen, die von den Auswirkungen des Klimawandels besonders stark betroffen sind, zu schützen. Für uns steht Gerechtigkeit, vor allem gegenüber den Menschen im globalen Süden, im Zentrum. Das führt unweigerlich dazu, dass wir über unseren Energiekonsum respektive über unseren ökologischen Fussabdruck nachdenken müssen. Dies, weil eine gerechte
Klimapolitik nicht davon ausgehen kann, dass die ganze Welt so viel Energie verbraucht, wie wir das gegenwärtig in reichen Ländern tun.

Jocelyn Verano in ihrem zerstörten Haus. Taifune treten auf den Philippinen aufgrund des Klimawandels immer stärker und öfters auf. Bild: Bob Timonera
Das heisst, wir müssen auf Dinge verzichten?

Ich glaube tatsächlich, dass es ohne Verzicht nicht geht. Das muss aber nicht unbedingt negativ konnotiert sein. Der Verzicht auf eine Flugreise heisst nicht, dass ich daheim in meiner Stube hocken bleibe. Corona hat gezeigt: Plötzlich machen alle Ferien in der Schweiz – und finden es schön. Man arbeitet im Home-Office, der Velohändler erzielt Rekordumsätze. In diese Richtung muss man denken und auch die Potenziale eines solchen Wandels erkennen. Die Schweiz als reiches Land und wir als Individuen mit einem grossen Fussabdruck tragen hier eine Verantwortung.

Weshalb müssen ausgerechnet wir die Verantwortung für die Folgen des Klimawandels am anderen Ende der Welt übernehmen?

Weil unser Fussabdruck um ein Vielfaches höher ist als jener der Mehrheit der Menschen, die bereits akut vom Klimawandel betroffen sind. Zudem gibt es eine historische Dimension der Verantwortung: Unser heutiger Wohlstand in der Schweiz basiert unter anderem auf der Industrialisierung und der Nutzung fossiler Energien. Das heisst, wir haben über die letzten hundert Jahre riesige Mengen von Treibhausgasemissionen verursacht. Das bringt uns in die Verantwortung, jetzt auch schneller zu reduzieren als andere, die weniger zur Klimaerwärmung beigetragen haben.

Wie können wir die notwendige Beschleunigung bei der Treibhausgasreduktion erreichen?

In den letzten zwei Jahren hat die Klimajugend den Anliegen der Klimabewegung in der Schweiz enormen Rückenwind verschafft. Wir müssen uns nicht mehr ständig darum bemühen, Verschlechterungen abzuwehren, man kann in der Klimapolitik auch wieder gestalten, die Erfolgschancen sind gestiegen. Das verbesserte CO2-Gesetz ist ein erster Schritt, wir brauchen aber weitere Schritte. Das können wir schaffen, indem wir die Potenziale einer klimafreundlichen Entwicklung aufzeigen. Zur Sensibilisierung tragen aber auch besorgniserregende Ereignisse wie Hitzesommer, ausbleibender Schnee oder zunehmender Steinschlag in den Bergen bei. Hierzulande führt das jedoch kaum zu existenziellen Bedrohungen. Ganz anders die Situation etwa in jenen philippinischen Küstendörfern, wo Stürme und der ansteigende Meeresspiegel die Menschen zum Wegzug in die Slums der Grossstädte zwingen. Das sind Realitäten, die sich in der Schweiz kaum jemand vorstellen kann. Hierzulande haben wir die Mittel, uns vor Unwettern zu schützen und die Folgen des Klimawandels aufzufangen. Dank der Verfügbarkeit von fossilen Energien haben wir über Jahrzehnte unseren Wohlstand aufgebaut. Umso wichtiger ist es, dass wir in der Schweiz gegenüber den vom Klimawandel bedrohten Menschen im globalen Süden unsere Verantwortung wahrnehmen und entsprechend handeln. — Interview: Gabriela Neuhaus

Marieta Llanera, Programmverantwortliche aus den Philippinen

Bern/Luzern, 17. Februar 2021. Taifune, überflutete Küsten, Dürren: Die Klimakrise bedroht die Existenz von Millionen Menschen in Entwicklungsländern, die kaum zur Klimaerhitzung beigetragen haben. HEKS, Fastenaktion und Partner sein fordern deshalb Klimagerechtigkeit: Die Hauptverursacher der Klimakrise sollen mehr Verantwortung übernehmen – dazu gehört auch die Schweizerische Nationalbank (SNB).

Die Nationalbank hielt Ende 2019 Aktien im Wert von fast sechs Milliarden US Dollar an Firmen, die fossile Energien fördern und finanziert damit Emissionen von 43 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalent pro Jahr. Diese Emissionen sind etwa gleich hoch wie die Inlandemissionen der Schweiz. «Die SNB begünstigt mit ihrer Anlagestrategie eine Klimaerhitzung von vier bis sechs Grad», erklärt Miges Baumann, Leiter Entwicklungspolitik bei HEKS, «also weit über dem Ziel des Pariser Klimaabkommens».

Deshalb fordern Fastenaktion, HEKS und Partner sein im Rahmen der Ökumenischen Kampagne 2021 die SNB mit einer Petition auf, alle Investitionen in fossile Energien abzustossen. Dies wäre ein wichtiges Signal an den Finanzplatz Schweiz, denn die SNB ist eine der weltweit grössten institutionellen Investorinnen. Mit ihrer aktuellen Investitions-strategie steht sie zudem in Widerspruch zu ihren eigenen Anlagerichtlinien. Diese schreiben vor, dass die SNB auf Investitionen verzichten muss, die «grundlegende Menschenrechte massiv verletzen oder systematisch gravierende Umweltschäden verursachen».

«Klimagerechtigkeit – jetzt!»

Die Ökumenische Kampagne macht unter dem Motto «Klimagerechtigkeit – jetzt!» darauf aufmerksam, dass die ärmeren Bevölkerungsschichten in den Ländern des globalen Südens am meisten unter den Folgen der Klimaerhitzung leiden – ausgerechnet jene Menschen, die kaum etwas dazu beitragen. So sind die ärmeren 50 Prozent der Weltbevölkerung bloss für 10 Prozent der konsumbedingten Treibhausgasemissionen verantwortlich, die reichsten 10 Prozent aber für fast 50 Prozent. «Mehr Klimagerechtigkeit ist deshalb ein Muss und nicht verhandelbar», erklärte Stefan Salzmann, Verantwortlicher Klimagerechtigkeit bei Fastenaktion.

Auf den Philippinen hat die Klimaerwärmung zu einer starken Zunahme der Zahl und der Intensität von Taifunen geführt. «Inzwischen zählen wir 20 Wirbelstürme pro Jahr», berichtete Marieta Llanera, Kampagnengast* der Fastenaktion, «fünf davon führen zu grossen Schäden». Stark betroffen davon seien vor allem die ohnehin armen Fischerinnen und Fischer an der Küste, deren Lebensgrundlage vielerorts bedroht sei. Sie müssen nun ihre Wirtschaft umstellen und mehr auf Gemüseanbau setzen. Dies sei auch kulturell für viele Gemeinschaften ein grosses Problem.

In Indonesien mit seinen 81’000 Kilometern Küstenlinie geht die grösste Gefahr vom Anstieg des Meeresspiegels aus. «Steigt der Meeresspiegel um einen Meter an, gehen 90’000 Quadratkilometer Land verloren», warnte Yuyun Harmono, Kampagnengast* von HEKS. 23 Millionen Menschen würden in die Flucht getrieben. Auf der kleinen Insel Pari vor der Küste der Hauptstadt Jakarta sei die Klimakrise schon jetzt deutlich zu spüren. So wurde Pari 2020 gleich zweimal überflutet, was bisher noch nie vorgekommen sei. Der Klimafussabdruck der Bewohner sei minim, sagte Harmono, doch nun sei ihre Existenz bedroht – «eine extreme Ungerechtigkeit».

 *Die Kampagnengäste, die während der Ökumenischen Kampagne normalerweise in der Schweiz weilen, können dieses Jahr wegen der Corona-Massnahmen nicht einreisen. Sie beteiligen sich aber trotzdem virtuell an Veranstaltungen. Weitere Informationen finden Sie hier.

Stefan Salzmann, 
Co-Präsident Klima-Allianz Schweiz, Klimaverantwortlicher Fastenaktion, 041 227 59 53 (wird auf Handy umgeleitet), 

Miges Baumann,
Leiter Entwicklungspolitik HEKS; 079 489 3824;

Für allgemeine Fragen zur Ökumenischen Kampagne:

Matthias Dörnenburg, Leiter Ökumenische Kampagne Fastenaktion, 041 227 59 21,

Die ganze Welt ist vom Klimawandel betroffen. Aber ausgerechnet die ärmeren Bevölkerungsschichten im globalen Süden, die am wenigsten zu dieser konsumbedingten Problematik beitragen, leiden bereits heute am meisten unter den teilweise lebensbedrohlichen Folgen.

«Das Wetter hat sich verändert. Klar früher gab es auch heisse Sommer und Regen. Aber die Sonne war niemals so stark wie heute. Heute erträgst du die Sonne bereits um 09.00 morgens nicht mehr. Heute können die Leute nicht mehr den ganzen Tag draussen arbeiten. Viele Leute erkranken auch wegen der Hitze.»

Das sagt Maria Claudina Loaiza. Die Bäuerin aus Kolumbien ist eine von mehreren Protagonist/innen, die durch das von uns entwickelte Quiz führen. Dieses zeigt auf, wie das eigene Handeln das Wohlergehen der Menschen in ärmeren Ländern bestimmt. Die Userinnen und User werden dabei zu Hauptakteur/innen und tauchen in alltägliche Szenarien ein, die sie rund um die Welt führen, zu Menschen wie Maria Claudina Loaiza.
 
Reisen Sie virtuell mit uns um die Welt.

Gedenkfeier am Trientgletscher

Luzern/Bern, 30. Dezember 2020. Am 1. Januar 2021 beginnt die Laufzeit des Klimaabkommens von Paris. In der Verantwortung stehen die Vertragsstaaten des Abkommens. Dieses erteilt jedem Land den Auftrag, nationale Klimaziele zu erlassen und diese alle fünf Jahre zu verschärfen. Die Hilfswerke Fastenaktion und HEKS verbinden mit dem effektiven Startpunkt des Abkommens auch Hoffnung.

Die Klimakrise ist schon heute vielerorts traurige Realität. So berichtete MeteoSchweiz am 21. Dezember 2020 vom erneuten Rekordwärme-Jahr. Im September 2020 wurde eine Gedenkfeier für die in der Schweiz bereits verschwundenen Gletscher gehalten. Und für viele Menschen in Afrika, Asien, Lateinamerika und Ozeanien ist die Klimakrise Alltag. In Armut lebende Menschen sind am stärksten betroffen, da ihnen die Mittel fehlen, sich an neue Lebensumstände anzupassen. Partnerorganisationen von Fastenaktion und HEKS berichten von immer häufigeren und stärkeren Wetterkatastrophen, welche die Existenzen in ganzen Regionen zerstören. Anhaltende Dürren gefährden das Recht auf Nahrung, steigende Meeresspiegel zwingen Menschen zur Umsiedlung. 

In den meisten reichen Ländern, wie der Schweiz, geht mit 2020 ein weiteres Jahr der kleinen Schritte zu Ende. Angesichts der Herausforderungen ist das fahrlässig, irrational und deutet auf kurzfristige Denkmuster hin. Mit jedem Jahr sinkt der Handlungsspielraum. Je später wir handeln, desto schwieriger und teurer wird der Kampf gegen die Klimakrise und ihre Folgen.  

Die Zeit drängt

Es ist bereits jetzt klar: Verschärfungen der heutigen Klimaziele werden notwendig sein, denn im Moment führen die noch nicht umgesetzten Versprechen der Länder zu einer Erwärmung zwischen 3 bis 4 Grad, statt der 1.5 bis 2 Grad, wie sie das Abkommen vorgibt. Die nationale Politik muss jetzt handeln. Und dass sie handeln kann, hat sie in der Corona-Pandemie bewiesen. Noch fehlt das Verständnis für das Ausmass der Bedrohung durch die Klimakrise, da sie schleichend fortschreitet. Die Zeit bis 2030 wird entscheidend sein – bis dahin müssen substanzielle Reduktionen der CO2-Emissionen auf globalem Niveau erreicht sein. Reichen Volkswirtschaften mit gut ausgebildeten Menschen kommt hierbei eine grosse Verantwortung zu.

So auch der Schweiz. Das revidierte CO2-Gesetz ist gut, aber nicht gut genug. Es sind dringend weitere Schritte zur Umsetzung des Abkommens notwendig, wie die Dekarbonisierung des Schweizer Finanzplatzes und den Verbrauchsstopp von fossilen Brenn- und Treibstoffen bis spätestens 2040. Damit dies möglich ist, muss das Parlament noch in dieser Legislatur handeln. HEKS und Fastenaktion fordern die Umsetzung der Gletscherinitiative in einem indirekten Gegenvorschlag auf Gesetzesebene um den Prozess zu beschleunigen. Die Schweiz und die internationale Klimapolitik sind in der Pflicht. Der 1. Januar 2021 ist hierfür ein symbolisch wichtiger Tag – denn jetzt tritt das Pariser Klimaabkommen in Kraft. Das Abkommen konsequent umzusetzen ist die Lösung für die Klimakrise und lebensnotwendig für viele Menschen auf der Welt.

Kontakt:

Stefan Salzmann, 
Co-Präsident Klima-Allianz Schweiz, Klimaverantwortlicher Fastenaktion, 041 227 59 53 (wird auf Handy umgeleitet)

Yvan Maillard-Ardenti, 
Klimaverantwortlicher HEKS, 079 380 65 73

Bern. 09.10.2020. Die Erdöl-Lobby, unterstützt von der SVP, gab heute bekannt, das Referendum gegen das neue CO2-Gesetz zu ergreifen. Die Klima-Allianz Schweiz, mit über 90 Organisationen der Zivilgesellschaft, steht hinter dem CO2-Gesetz. Sie wird sich im Abstimmungskampf entschieden für diese längst fällige Weichenstellung in der Klimapolitik engagieren. Das Gesetz ist das Produkt eines langen parlamentarischen Prozesses mit breitem Konsens.

Mit dem in der Herbstsession verabschiedeten Klimagesetz werden die Weichen gestellt für einen Klimaschutz im Sinne des Pariser Klimaabkommens, dem sich auch die Schweiz verpflichtet hat. «Im Falle einer Annahme dieses Erdöl-Referendums, wäre die Schweizer Klimapolitik für mehrere Jahre komplett blockiert», sagt Christian Lüthi, Geschäftsleiter der Klima Allianz Schweiz, und fügt an: «Die Autoverkäufer und die Ölindustrie, in deren Verbänden die SVP stark vertreten ist, verstecken ihre eigenen Wirtschaftsinteressen hinter vermeintlich negativen Auswirkungen auf den Mittelstand.» Das neue CO2-Gesetz legt wichtige und sozialverträgliche Massnahmen für Sektoren fest, die bisher gar keine Massnahmen hatten, wie die Luftfahrt und der Finanzplatz.

Die Klima-Allianz Schweiz umfasst zahlreiche Umweltorganisationen, sowie auch Organisationen aus dem Gesundheitsbereich, aus der Entwicklungszusammenarbeit und Verbänden wie Casafair, der sich für nachhaltiges Bauen und Wohnen engagiert. «Im CO2-intensiven Gebäudebereich macht das neue CO2-Gesetz endlich Nägel mit Köpfen. Verantwortungsvolle Eigentümer*innen sind sich der Dringlichkeit für wirkungsvolle gesetzliche Massnahmen bewusst und unterstützen den Ausstieg aus fossilen Heizungen», sagt Kathy Steiner von Casafair.

Das Verursacherprinzip und der soziale Ausgleich werden im neuen Gesetz ernst genommen. «Das CO2-Gesetz stellt die Weichen für einen gerechten Klimaschutz. Aus einer globalen Perspektive sind die neuen Instrumente des CO2-Gesetzes ein wichtiger Schritt in Richtung Klimagerechtigkeit», sagt Stefan Salzmann der Fastenaktion und Co-Präsident der Klima Allianz Schweiz.

«Das CO2-Gesetz ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Es schafft die dringend nötigen Grundlagen für einen effektiven Klimaschutz, für den wir uns als Allianz – auch über das CO2-Gesetz hinaus – einsetzen werden», betont Christian Lüthi.

Zur Klima-Allianz

Die Klima-Allianz Schweiz wurde 2004 gegründet und ist ein Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen für den Klimaschutz. Auch Fastenaktion und Bot für alle sind Teil davon. Mit ihren über 90 Mitglieder- und Partnerorganisationen aus den Bereichen Umwelt, Entwicklung, Kirche, Jugend, Gewerkschaften und Konsumentenschutz engagiert sie sich für eine gerechte, zukunftsfähige Klimapolitik.

Kontakt:

Christian Lüthi, Geschäftsleiter Klima-Allianz, , 076 580 44 99 (DE/FR)
Lars-Florian Tödter, Stellvertretender Geschäftsleiter Klima-Allianz, , 079 658 73 85 (DE/FR)
Kathy Steiner, Geschäftsleiterin Casafair, , 079 703 73 77 (DE)

Die Klimastreik-Bewegung hat sich entschieden, den grossen Streik- und Aktionstag vom 15. Mai – den «Strike for Future» – zu verschieben. Doch laut bleibt der Tag trotzdem. Am Freitag, 15. Mai fordert die Bewegung zur «Challenge for Future» heraus.

Besondere Umstände erfordern besondere Massnahmen und in diesen Umständen stecken wir. Viele von uns bleiben derzeit zuhause. Kein Grund jedoch, diese Zeiten nicht sinnvoll zu nutzen. Denn viele Veranstaltungen, die in den letzten Wochen geplant waren, konnten nun mit Erfindergeist angepasst werden, um doch noch zu Ihnen zu gelangen. So auch der Klimastreik, der am 15. stattgefunden hätte.

An seiner Stelle findet heute ein Aktionstag unter dem Namen «#ChallengeForFuture» statt, an dem alle von zu Hause aus teilnehmen können. Auf www.challengeforfuture.ch finden Sie viele «Herausforderungen für die Zukunft» zum Thema Klima, und Möglichkeiten, sich auszutauschen, Neues zu erfahren – und ihr Wissen zu testen.

13.04.2020, Luzern/ Bern. Saatgut soll den Bäuerinnen und Bauern gehören, die es nutzen. Dies fordern über 2300 Menschen aus 11 Ländern in ihren Briefen ans Seco. Die Entwicklungsorganisationen Fastenaktion, HEKS und Partner sein hatten die Aktion im Rahmen der Ökumenischen Kampagne lanciert – die hohe Beteiligung übertraf alle Erwartungen.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) verhandelt aktuell mit einer Reihe von Ländern über Freihandelsabkommen. Diese Abkommen verlangen unter anderem einen strengen Sortenschutz für Saatgut. Kleinbäuerinnen und -bauern wehren sich dagegen, weil damit ihr Recht auf Saatgut drastisch eingeschränkt würde. Deshalb erhielt das Seco in den letzten Wochen rund 1300 Protestbriefe von Bäuerinnen und Bauern aus Asien, Afrika und Lateinamerika – dazu auch zahlreiche solidarische Zuschriften aus der Schweiz. Die Briefe wurden von über 2300 Menschen aus insgesamt elf Ländern unterzeichnet. «Die zahlreichen Reaktionen aus derart vielen Ländern zeigen, wie relevant dieses Thema für die Bäuerinnen und Bauern ist», sagt Tina Goethe, Expertin für das Recht auf Nahrung bei HEKS.

Das Seco hat nun mit einer offiziellen Stellungnahme reagiert. Darin anerkennt es die Sorge der Bäuerinnen und Bauern weltweit um das Recht auf Saatgut als wichtiges Anliegen und drückt Offenheit aus, «mit Partnerländern bei Bedarf individuelle Alternativlösungen zu finden». Konkrete Schritte, wie die Schweiz den Anliegen Rechnung tragen will, sind jedoch nicht ersichtlich. HEKS und Fastenaktion werden sich auch künftig dafür einsetzen, dass Schweizer Freihandelsabkommen nicht länger strenge Sortenschutzgesetze verlangen. Dies nicht zuletzt im Rahmen der neu gegründeten Saatgutkoalition, wo sie zusammen mit anderen Organisationen das Kampagnenthema «Gemeinsam für eine Landwirtschaft, die unsere Zukunft sichert» weiter verfolgen. Dazu Claudia Fuhrer, Expertin für das Recht auf Nahrung bei Fastenaktion: «Wer das Saatgut kontrolliert, kontrolliert die Nahrung. Darum ist es wichtig, dass die Kleinbäuerinnen und -bauern weiter uneingeschränkt über Saatgut verfügen können und es nicht von Agrarkonzernen monopolisiert wird.»

Covid-19 stellte Kampagne auf den Kopf

Kurz nach dem Start der Ökumenischen Kampagne Ende Februar legte die Corona-Krise das öffentliche Leben in der Schweiz lahm. Die meisten der geplanten Suppentage, Gottesdienste und Podien mussten abgesagt werden. Auch der geplante Strassenverkauf von Rosen zum Frühlingsbeginn konnte nicht stattfinden. Damit fehlt den Entwicklungsorganisationen mindestens eine halbe Million Franken für die Entwicklungszusammenarbeit. Die 80‘000 bereits bestellten Fairtrade-Rosen von Max Havelaar wurden an Altersheime und Spitäler verschenkt – eine Geste, die auf grosses Echo gestossen ist und viele Menschen berührt hat.

Die Hilfswerke entwickelten als Alternative für die Kirchgemeinden und Pfarreien in aller Eile die Aktion «Kleine Suppe mit grosser Wirkung»: Online können sie seit Mitte März Suppentüten beziehen und ihren Mitgliedern nach Hause schicken. «Wir konnten mit grossem Teamgeist schnell Alternativen bieten und so den Esprit der Ökumenischen Kampagne weitertragen», sagt Bernd Nilles, Geschäftsleiter der Fastenaktion und fügt an: «Dass mit den Ereignissen um Covid-19 zahlreiche Spendensammlungen für die Ärmsten ausfielen, ist tragisch. Einige versuchen wir im Laufe des Jahres nachzuholen.» Wie sehr die Corona-Krise die Spendeneinnahmen beeinflusst hat und wie gross die Einbrüche sind, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen.

Ein Trost in der derzeitigen Krise bleibt laut Bernard DuPasquier, Geschäftsleiter von HEKS. «Mich beeindruckt vor allem die Welle der Solidarität, die wir aktuell erleben», führt er aus und betont gleichzeitig, dass sich diese Solidarität nicht nur auf die Schweiz beschränken dürfe, aktuell sei das Engagement der Entwicklungsorganisationen im Süden besonders wichtig.

Mediendossier mit weiterführenden Unterlagen:

Auskünfte:

Gabriela Neuhaus, Kommunikation HEKS,
, 079 435 81 30

Madlaina Lippuner, Kommunikation Ökumenische Kampagne bei Fastenaktion,
, 076 307 28 77

 

Die Ökumenische Kampagne in Kürze

HEKS (reformiert) und Fastenaktion (katholisch) führen seit 1969 jährlich eine Ökumenische Kampagne in den sechs Wochen vor Ostern durch. Seit 1994 beteiligt sich auch Partner sein, das Hilfswerk der christkatholischen Landeskirche. Die Ökumenische Kampagne hat zum Ziel, die breite Öffentlichkeit für die Ungerechtigkeiten zu sensibilisieren, die weltweit zu über 800 Millionen Menschen in Hunger und Armut führen. Diese Realität zu erkennen, genügt jedoch nicht. Deshalb zeigen die drei Werke Handlungsmöglichkeiten auf: Das eigene Konsumverhalten zu verändern, Menschen in Südprojekten mit einer Spende zu unterstützen oder sich an einer Aktion zu beteiligen – so wird die Ökumenische Kampagne zum Inbegriff der gelebten Solidarität.

26.02.2020, Luzern/ Bern. Derzeit verhandelt die Schweiz ein Freihandelsabkommen mit Malaysia. Tritt es in Kraft, verlieren malaysische Bäuerinnen und Bauern die Kontrolle über ihr Saatgut an die Agrarkonzerne. Das bedroht ihre Lebensgrundlage. Fastenaktion, HEKS und Partner sein unterstützen deshalb ihre Protestaktion, die mittlerweile vier Kontinente umfasst.

«Wir leben von der Landwirtschaft», sagt Borhan Omar, Gemeinderatsmitglied des Dorfes Sungai Rusa in Malaysia. Seit Generationen züchten die Bauernfamilien seiner Gemeinde ihr eigenes Saatgut. Sie vermehren, tauschen und verkaufen es. Genau das will aber ein neues Gesetz verbieten. «Wenn wir nicht mehr eigenes Saatgut produzieren dürfen, bestimmen die Saatgutfirmen den Preis. Das Gesetz verhindert zudem, dass wir den kommenden Generationen unser traditionelles Wissen weitergeben können», sorgt er sich.

Im geplanten Freihandelsabkommen fordert die Schweiz, dass Malaysia ein strenges Sortenschutzgesetz auf Saatgut einführt (gemäss UPOV 91-Abkommen). Sortenschutz – eine Art Patentschutz auf Saatgut – garantiert Züchterinnen und Züchtern Monopolrechte. Davon profitieren vor allem Agrarkonzerne, während Bäuerinnen und Bauern Saatgut nicht mehr frei tauschen und verkaufen dürfen. In Zukunft werden sie es jedes Jahr teuer von Saatgutfirmen kaufen müssen. Das Angebot der internationalen Konzerne ist auf einige wenige Sorten beschränkt und meist nicht an lokale Gegebenheiten angepasst. Damit sie wachsen und reiche Früchte tragen, brauchen sie zudem Dünger und Pestizide – von den gleichen Konzernen. Für die Agrarindustrie ist das ein saftiges Geschäft, die Auswirkungen auf Umwelt und Biodiversität hingegen sind verheerend.

Für HEKS, Fastenaktion und Partner sein ist das inakzeptabel. «Das von der Schweiz geforderte Sortenschutzgesetz führt dazu, dass die Menschen das Recht an ihrem eigenen Saatgut verlieren. Das widerspricht der UN-Deklaration für die Rechte von Kleinbauern und –bäuerinnen, welche 2018 von der Schweiz mitunterzeichnet wurde» sagt Tina Goethe, die bei HEKS das Thema Recht auf Nahrung betreut.

Post aus Malaysia

Heute kontrollieren drei Konzerne weltweit über die Hälfte des kommerziell gehandelten Saatgutes, darunter Syngenta mit Sitz in der Schweiz. Damit entscheiden wenige Unternehmen, was angepflanzt wird und auf den Tisch kommt. Die Folgen davon zeigen sich bereits auch in Ländern, in denen Fastenaktion und Brot für alle tätig sind.

Damit es in Malaysia nicht soweit kommt, haben Borhan Omar und rund 90 malaysische Bäuerinnen und Bauern Briefe ans Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) geschickt, welches die Verhandlungen führt. Sie wollen, dass die Forderung nach einem Sortenschutzgesetz gemäss UPOV 91 aus dem Freihandelsabkommen herausgenommen wird.

In der Schweiz wird die Aktion von zahlreichen Pfarreien und Kirchgemeinden mitgetragen. Aus eigener Betroffenheit und Solidarität mit Malaysia haben bisher über 1’000 Menschen in Afrika, Lateinamerika, der Schweiz und weiteren asiatischen Ländern ans Seco geschrieben. «Viele Partnerorganisationen aus Ländern, in denen das Sortenschutzgesetz bereits in Kraft ist, beklagen massive Einschränkungen für die Bäuerinnen und Bauern. Und dort, wo es noch nicht umgesetzt wurde, schwebe es wie ein Damoklesschwert über ihnen», sagt Claudia Fuhrer, bei Fastenaktion zuständig für Recht auf Nahrung. «Die Schweiz darf daher auch in zukünftigen Handelsabkommen mit Entwicklungsländern keine strengen Sortenschutzgesetze verlangen».

Mit Agrarökologie gegen den Klimawandel

Die industrielle Landwirtschaft mit ihren Monokulturen gehört zu den wichtigsten Verursachern des Klimawandels. Die Hilfswerke setzen sich deshalb für eine Stärkung von agrarökologischen Anbaumethoden ein, die sowohl Prävention gegen den Klimawandel sind, als auch Antwort darauf.

Die Agrarökologie basiert auf der Erfahrung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft: Pflanzensorten werden so kombiniert, dass sie sich gegenseitig vor Schädlingen schützen und mit Nährstoffen versorgen. Bauernfamilien, die mit ihrem eigenen Saatgut arbeiten, pflanzen viele verschiedene Sorten und fördern damit die Biodiversität. Sie passen ihre Pflanzensorten laufend den neuen Gegebenheiten an. Das ist zentral für ein intaktes Ökosystem und eine ausgewogene Ernährung.

Unter dem Motto «Gemeinsam für eine Landwirtschaft, die unsere Zukunft sichert» fordern Fastenopfer, HEKS und Partner sein in der Ökumenischen Kampagne: Bäuerliches Saatgut und die Kontrolle darüber muss in den Händen der Bäuerinnen und Bauern bleiben. 

Mediendossier mit weiterführenden Unterlagen:

Auskünfte:

Tina Goethe, Dossier Recht auf Nahrung HEKS,
, 031 380 65 93 / 076 516 59 57

Claudia Fuhrer, Programmverantwortliche Recht auf Nahrung Fastenaktion,
, 041 227 59 42

Matthias Dörnenburg, Leiter Kommunikation Fastenaktion,
, 041 227 59 21

Gabriela Neuhaus, Medienverantwortliche HEKS,
, 031 380 65 71

Die Ökumenische Kampagne in Kürze

HEKS (reformiert) und Fastenaktion (katholisch) führen seit 1969 jährlich eine Ökumenische Kampagne in den sechs Wochen vor Ostern durch. Seit 1994 beteiligt sich auch Partner sein, das Hilfswerk der christkatholischen Landeskirche. Die Ökumenische Kampagne hat zum Ziel, die breite Öffentlichkeit für die Ungerechtigkeiten zu sensibilisieren, die weltweit zu über 800 Millionen Menschen in Hunger und Armut führen. Diese Realität zu erkennen, genügt jedoch nicht. Deshalb zeigen die drei Werke Handlungsmöglichkeiten auf: Das eigene Konsumverhalten zu verändern, Menschen in Südprojekten mit einer Spende zu unterstützen oder sich an einer Aktion zu beteiligen – so wird die Ökumenische Kampagne zum Inbegriff der gelebten Solidarität.

Banner an einem Agrarökologie-Forum im Senegal.

Fastenaktion und HEKS setzen sich stark für Agrarökologie als zukunftsfähige Anbaumethode ein. Worum geht's da genau? Mareike Jäger ist Dipl. Ing. Agr. Landwirtin, arbeitet an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Wädenswil und gibt Auskunft.

Was ist Agrarökologie? Gibt es unterschiedliche Ansätze?

Weltweit existieren verschiedene Ansichten darüber, was unter dem Begriff Agrarökologie zu verstehen ist. Die Forschung sieht darin vor allem eine wissenschaftliche Disziplin, welche die Wechselwirkung zwischen Agrarökosystemen und Kulturlandschaften untersucht. Während zum Beispiel in Brasilien die Agrarökologie als eine Art ökologische Landwirtschaft institutionalisiert ist, entwickelte sich in Europa der Biolandbau als eine Bewegung für eine nachhaltige Form der Landwirtschaft als verwandtes Konzept aus der Agrarökologie-Bewegung heraus. Es entstehen neuartige Formen der Landbewirtschaftung und vielfältige Produktionssysteme, die sich natürliche Ökosysteme zum Vorbild nehmen.

Wo und wie kommt sie in der Schweiz zum Einsatz?

Die Agrarpolitik unterstützt zwar die Schaffung vielfältigerer Strukturen zur Förderung der Biodiversität auf dem Landwirtschaftsbetrieb, doch gefördert wird eher ein künstliches Nebeneinander von Produktions- und Ökofläche. Konsequent umgesetzte agrarökologische Produktionsformen wie die Permakultur sind heute noch selten in der Schweiz.

Warum ist Agrarökologie erfolgversprechend?

Wir sehen bei den Agroforstsystemen, dass die Folgen des Klimawandels stärker abgepuffert werden können. Baumstrukturen auf Ackerflächen können helfen, die Wasserhaltefähigkeit der Böden zu verbessern und die Verdunstung zu verringern. Insgesamt wird man es schaffen müssen die Resillienz des gesamten Systems zu verbessern, anstatt einzelne kleine Hebel einzusetzen – wie der immer perfektioniertere Einsatz von Technik und Smartfarming.

Welches ist die grösste Herausforderung bei der Umsetzung?

Letzten Endes sind agrarökologische Methoden noch wenig bekannt in der breiten Praxis. Es wird, gemessen am Forschungsbudget für die konventionelle Landwirtschaft, kaum in die Forschung nachhaltiger Produktionssysteme investiert. Auch in der Ausbildung an den landwirtschaftlichen Schulen sind agrarökologische Themen heute noch Mangelware. Vor allem in den Bereichen Forschung und Bildung sehe ich den grössten Entwicklungsbedarf. Die Agrarpolitik ist insgesamt an agrarökologischen Themen interessiert, stösst aber immer wieder Grenzen, wenn es darum geht, neue Methoden und Nutzungsformen in der Landwirtschaft an das Direktzahlungssystem anzupassen. So bleiben nachhaltige Methoden für Landwirte häufig finanziell unattraktiv.

Wie kann jede und jeder Einzelne agrarökologisch anbauen?

Jeder Einzelne kann mit seinem Konsumverhalten dazu beitragen, die Agrarökologie zu fördern, indem möglichst regional, fair und saisonal eingekauft wird – im besten Fall direkt auf den Betrieben. In vielen grösseren Städten der Schweiz entstehen neue solidarische Landwirtschaftsprojekte, wo auch Menschen ohne Höfe sich einbringen können und wo sowohl Risiko als auch Ernte mit den Landwirten geteilt wird. Viele agrarökologische Methoden eignen sich auch für die Nachahmung im Kleinen: von der Kräuterspirale im Garten bis zum Wurmkomposter auf dem Balkon. Wer mehr Platz hat, pflanzt Wildobststräucher und einheimische Blühstauden im Garten.

Setzen Sie sich mit uns für die Menschenrechte ein

Luzern, 22. September 2019.
An einer Gedenkfeier am Fuss des Pizolgletschers verabschiedeten sich am Sonntag über 200 Personen von dem einst mächtigen Eisstrom, der als erster Schweizer Gletscher aus dem Messnetz des Bundes gestrichen wird. Als Auftakt zu einer klimapolitisch entscheidenden Woche machten Entwicklungs- und Umweltorganisationen mit der Feier im Hochgebirge auf die dramatische Klimaerwärmung aufmerksam, die nicht nur den Gletschern zusetzt. Im globalen Süden äussert sie sich vor allem in Dürren und Überschwemmungen, wie ein Gast aus Laos erklärte. Abgerundet wurde die Feier mit Alphornklängen und einem Gletschersegen.

Der Glaziologe Matthias Huss von der ETH Zürich erforscht den Pizolgletscher seit über zehn Jahren. Dieses Jahr habe er den Pizolgletscher wohl das letzte Mal vermessen, erklärte Huss an der von Fastenaktion, HEKS, Alpen-Initiative, Greenpeace, oeku und Verein Klimaschutz Schweiz veranstalteten Gedenkfeier. Denn er wurde als erster Gletscher aus dem Schweizer Messnetz gestrichen. Huss wies auf den deutlichen Zusammenhang zwischen Gletscherschmelze und Klimawandel hin. «Die Häufung von extrem warmen Jahren hat dazu geführt, dass der Pizolgletscher richtiggehend zerfällt». Dabei ist nicht nur der Pizolgletscher betroffen: Unzählige kleine Gletscher in den Alpen werden in den nächsten Jahrzehnten ein ähnliches Schicksal erleiden.

Der Klimawandel betrifft uns alle, wie Khonemany Inoukham, Koordinatorin von Fastenaktion in Laos eindrücklich schildert: «Kurz bevor ich in die Schweiz kam, wurde mein Land von mehreren Stürmen getroffen. Getreidefelder wurden überschwemmt, Familien mussten aus ihren Häusern fliehen und haben Land und Besitz verloren.» Viele ärmere Länder seien vom Klimawandel betroffen, ihnen fehlten aber die Mittel, um darauf zu reagieren. Inoukham forderte deshalb die Schweiz und die industrialisierten Länder auf, dringend etwas gegen den Klimawandel zu tun, denn die Folgen müssten primär die ärmsten Länder tragen.

Der Gedenkfeier einen geistlichen Impuls aus christlicher Perspektive gewährte der Theologe und Seelsorger Eric Petrini. Er zeigte auf, dass der Klimawandel ein Problem ist, dem man sich nun endlich und entschieden stellen muss: «Sich für den Umweltschutz zu engagieren und sich für Nachhaltigkeit einzusetzen ist kein Spiel. Die Schöpfung zu bewahren ist Göttlicher Auftrag an uns alle. Weil wir alle Teil dieser Schöpfung sind und im Bewahren der Schöpfung sich unser Menschsein erst wirklich zeigen.»
Bevor die Feier mit Alphornklängen zu Ende ging, legte Eric Petrini am Fusse des Gletschers einen Kranz nieder und betete um Beistand und Segen im Engagement für den Klimaschutz.

Auftakt zur Klimawoche

Die Folgen des Klimawandels können nur durch resolute Massnahmen aufgehalten werden. Am Fuss des fast vollständig geschmolzenen Pizolgletschers – ein trauriges Symbol für den menschgemachten Klimawandel – forderten die Entwicklungs- und Umweltorganisationen die Schweiz auf, endlich die Massnahmen des 2015 beschlossenen Pariser Klimaabkommens umzusetzen. Die Gedenkfeier auf dem Pizol markierte zudem den Auftakt zu einer Woche, die ganz im Zeichen des Klimas steht: Am 23. September findet der Weltklimagipfel der UNO statt, gleichentags debattiert der Ständerat über das neue CO2-Gesetz. Am Freitag, 27. September, sind in der ganzen Schweiz Klimastreiks geplant, und am 28. September gipfelt die Klima-Woche in die grosse nationale Demonstration der Klima-Allianz in Bern.

Weiterführende Links:

https://www.gedenkfeier-pizol.ch/

Bilder:

Google Drive

Weitere Informationen:

Stefan Salzmann, Fachverantwortlicher Energie & Klimagerechtigkeit Fastenaktion, Co-Präsident Klima-Allianz (Deutsch und Englisch)
+41 227 59 53

Alessandra Degiacomi, Netzwerk-Koordinatorin, Verein Klimaschutz Schweiz (Deutsch und Englisch)
+41 79 630 74 79

Die Verhandlungen in Katowice an der 24. Klimakonferenz sind in vollem Gange. Beim Klimawandel geht es längst nicht nur um ein ökologisches Problem, welches nur die Wissenschaft und Politik beschäftigt: Der Klimawandel ist für alle spür- und sichtbar geworden und bedroht die Menschenrechte – darauf wollen wir auch heute, am Tag der Menschenrechte, aufmerksam machen.

 

Hitzesommer, schmelzende Gletscher, Wirbelstürme, Dürren und Wüstenbildung oder der steigende Meeresspiegel, der Küstenzonen und deren Bewohnerinnen und Bewohner bedroht. Die Auswirkungen des Klimawandels kennen wir selbst zu genüge – aus der Schweiz und aus den Medien.Fakt ist: Umweltkatastrophen bedrohen zahlreiche Menschenrechte – arme Menschen sind dabei überdurchschnittlich betroffen. Sie haben wenige Möglichkeiten, sich anzupassen. Dabei haben sie am wenigsten zum Klimawandel beigetragen.

 

Durch extreme Wetterereignisse ist ihr Leben – und damit auch ihr Recht auf Leben – bedroht. Klimaveränderungen führen dazu, dass es vermehrt zu Missernten kommt und das Recht auf Nahrung nicht mehr gewährleitet werden kann. Sowohl Trockenheit wie auch Überschwemmungen verletzen das Recht auf Wasser und Hygiene. Hitzebedingter Smog beeinträchtigt die gesundheitliche Situation und damit das Menschenrecht auf Gesundheit. Eine Veränderung der Küstenlandschaft treibt Menschen zur Migration in ihnen unbekannte Gebiete ohne Infrastruktur oder soziale Netzwerke – auch das Menschenrecht auf eine angemessene Unterkunft wird dadurch verletzt.

 

Fastenopfer-Koordinator Luciano Padrao im Gespräch mit lokalen Gemeinschaften in Brasilien.
Damit ist die Aufzählung von bedrohten Menschenrechten durch den Klimawandel keineswegs abgeschlossen: Im Regenwald Brasiliens beispielsweise leben die Manoki. Sie sind auf einen intakten Wald angewiesen, er ist ihre Lebensgrundlage, vielfach auch spiritueller Ort. Für Staudammprojekte wird Wald abgeholzt  und Co2 freigesetzt, was den Klimawandel weiter vorantreibt. Das Recht auf Entwicklung oder die Rechte indigener Völker bleiben auf der Strecke.

 

Diese Ungerechtigkeit geht Fastenaktion mit dem Thema «Klimagerechtigkeit» an. Denn es darf nicht sein, dass diese grundlegenden Menschenrechte durch den Klimawandel untergraben werden.

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Der heutige «World Soil Day» soll und an einen sorgsamen Umgang mit unseren Böden erinnern. Ein gesunder Boden hat eine zentrale Bedeutung für unser Wohlergehen, die weltweite Ernährungssicherheit und das Funktionieren des globalen Ökosystems.

Das Sinnbild von Mutter Erde, aus deren Schoss alles Leben hervorgeht, prägt seit Jahrtausenden die Kulturen der Welt. Aus dem Boden geht unsere Nahrung hervor. Ohne Sonne und ohne Wasser können keine Pflanzen gedeihen – genauso wenig ohne Boden, der ihnen Halt und Nährstoffe bietet. Böden und Bodenfruchtbarkeit zu hüten und zu erhalten muss oberstes Gebot des globalen Ernährungssystems sein. Es ist wichtig, dass wir unsere Nahrung im Einklang mit dieser überlebenswichtigen Ressource anbauen.

Heutzutage erleben wir doch oft das Gegenteil. Die Böden der Welt werden sprichwörtlich mit Füssen getreten: Sie werden versiegelt, verdichtet, versauert, versalzen, überdüngt, erodiert, übernutzt, biologisch verarmt und vergiftet. Das Leben wird ihnen genommen. Durch menschliches Tun werden jährlich Flächen in der Grössenordnung der Schweiz degradiert – Tendenz steigend. Der Klimawandel bedroht die Böden zusätzlich. In Gebieten mit Dürren beispielsweise, die durch den Klimawandel zunehmen, sind bereits etwa zwei Drittel der Böden degradiert.

Es braucht einen Wandel

Um den globalen Klimawandel einzudämmen liegt wiederum grosse Hoffnung auf dem Erhalt und Aufbau fruchtbarer Böden. Denn sie können CO2 speichern. Dies geschieht, weil die Pflanzen bei Ihrem Wachstum CO2 aus der Luft ziehen und zu Kohlenstoff umsetzen. Wenn die Pflanzen und ihre Wurzeln wieder verrotten, bleibt dieser Kohlenstoff im Idealfall zu einem Grossteil im Boden. Diese Speicherung von CO2 im Boden wäre aber nur möglich, wenn wir einen globalen Wandel von industriellen landwirtschaftlichen Methoden zu kleinbäuerlichen, agrarökologischen Anbaumethoden vollziehen würden. Davon sind wir jedoch weit entfernt: die meisten Böden werden nicht aufgebaut sondern zerstört.

Bei der Agrarökologie steht der sorgsame Umgang mit (Acker-)Boden im Mittelpunkt. Viele Kleinbäuerinnen und – Bauern – traditionell wie modern, in Nord wie Süd – folgen solchen Methoden und leisten damit den kommenden Generationen und unserem Ökosystem einen riesigen Dienst. Sie folgen der hohen Kunst, den Boden als lebendigen Organismus zu behandeln, mit seinen lokal unterschiedlichen und wissensintensiven Herausforderungen.

Wir alle können dies zum Vorbild nehmen und uns wieder mehr mit dem Boden verbinden. Wann haben Sie das letzte Mal etwas Erdboden in die Hand genommen? Je nach Konsistenz geformt oder durch die Finger rieseln lassen? An einem Boden, z.B. im Wald, gerochen? Vielleicht kann der heute World Soil Day Sie daran erinnern und inspirieren.

HEKS und Fastenaktion unterstützen Menschen im Süden, die mit agrarökologischen Anbaumethoden arbeiten.

Christian Lüthi, Geschäftsführer der Klima-Allianz zeigt auf, weshalb es so wichtig ist, Gelder aus fossilen Energien abzuziehen und warum der Schweizer Finanzplatz dabei eine grosse Rolle spielt.

Die Klima-Allianz, zu der auch HEKS und Fastenaktion gehören, führt derzeit eine Kampagne zu Desinvestition. Was bedeutet Desinvestition genau?

 

Desinvestition heisst, Investitionen aus unethischen Bereichen abzuziehen. Bei uns geht es darum, Investitionen in fossile Energien wie Erdöl, Kohle und Erdgas zu beenden. Desinvestition war schon in anderen Zusammenhängen erfolgreich, z.B. um das Apartheitsregime in Südafrika unter Druck zu setzen. Beim Klimaschutz denkt man nicht als erstes an Finanzflüsse.

 

Warum dieser Fokus?

 

Weil der Finanzplatz Schweiz für den Klimawandel eine Rolle spielt. Das Bundesamt für Umwelt hat 2015 aufgezeigt, dass bereits fünf Prozent der Investitionen, die über den Schweizer Finanzplatz getätigt werden, gleichviele Treibhausgas-Emissionen zur Folge haben, wie die direkten Emissionen der Schweiz. Anders gesagt verursacht der Finanzplatz Schweiz rund 20 Mal so viele Emissionen wie die Schweiz direkt. Ein Grossteil der investierten Gelder stammt von Sparkonten und Pensionskassen. Deshalb haben wir die Kampagne renten-ohne-risiko.ch lanciert, mit der jeder einzelne seine Pensionskasse dazu auffordern kann, Investitionen aus fossilen Energieträgern abzuziehen. 

Angenommen, alles Geld wird aus fossilen Energieträgern abgezogen. Wo soll es denn investiert werden?

 

Wichtig ist, dass die Gelder in nachhaltige und zukunftsweisende Projekte fliessen, z.B. zur Förderung der biologischen Landwirtschaft oder in erneuerbare Energien wie Wind und Solar. Für den dringend nötigen Umbau unserer Wirtschaft in ein nachhaltigeres System braucht es da ein Engagement von uns allen, also auch von Pensionskassen und Banken.

 

Das Beispiel aus Brasilien zeigt jedoch, dass Investitionen in erneuerbare Energien nicht per se gut sind. Wie lassen sich solche negativen Folgen vermeiden?

 

Hier müssen wir uns klar darüber sein, dass ein Staudamm im Amazonasgebiet auch für den Klimaschutz bedenklich ist:

Bedroht durch gebaute und geplante Staudämme: Die Zukunft der «Manoki» in Brasilien ist ungewiss.

Durch die Flutung der Böden und das Verrotten der Vegetation werden Treibhausgas-Emissionen ausgestossen. Auch bei Wasser-, Wind- und Solarprojekten muss sichergestellt werden, dass die Menschenrechte respektiert werden. Oft sind kleine Projekte nachhaltiger, z.B. die solare Elektrifizierung von Dörfern in Afrika.

 

Viele Investitionen in fossile Energie werden auch in Entwicklungsländern getätigt. Ist Desinvestition in dem Fall auch ein Entwicklungsthema?

 

Ja, absolut. Aufgrund unserer Emissionen haben wir eine grosse – auch historische Verantwortung für das aktuelle Klima. Die Menschen in Entwicklungsländern, die am wenigsten zum Problem beigetragen haben, sind am stärksten von Hitzewellen, Meerespiegelanstieg, stärkere Stürme, Erdrutschen und anderen klimabedingten Problemen betroffen.

 

Deshalb sind wir gefordert, arme Länder bei ihren Anpassungsmassnahmen und bei der Förderung von erneuerbaren Energien zu unterstützen. Indien etwa strengt sich derzeit enorm an, die Erdölimporte und die Kohlegewinnung herunterzufahren und erneuerbare Energien zu fördern. Wenn wir unser Geld dort in einen Windpark anstatt in eine Kohlemine investieren, können wir diese Bemühungen unterstützen.

 

 

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Ricardo Cairu* ist Fischer und hat bereits als Kind mit seinem Vater im Fluss neben dem Dorf Fische gefangen. Der Staudamm hat sein Leben komplett auf den Kopf gestellt.

«Jeden Morgen zu Sonnenaufgang ging ich mit meinem Bruder zum Fluss neben unserem Dorf. Mein Vater hat uns das Fischen beigebracht. Wir brauchten nicht lange, um genügend Fische für einen Tag zu fangen, es gab genug. Der Fluss und der Wald entlang des Ufers sind meine Heimat – hier fischen und jagen wir, finden Bauholz und Früchte wie spirituell wichtige Orte. Hier bin ich aufgewachsen und hier lebe ich heute mit meiner Frau und meinen Kindern. Der Fluss, der Wald und die Gemeinschaft sind unsere Lebensgrundlagen.

 

Seit ein paar Jahren jedoch ist nichts mehr wie früher. Seitdem der Stausee fertig gebaut ist, gibt es in unserem Fluss keine Fische mehr. Es wurde uns versichert, dass man eine gute Fischtreppe bauen würde – geschehen ist nichts. Wenn wir heute fischen wollen, müssen wir mit dem Auto über 70 Kilometer weit zum Staudamm fahren. Unser Leben hat sich für immer verändert. Den Verantwortlichen des Kraftwerks scheint das jedoch egal zu sein. Sie behandeln uns von oben herab und sagen, dass man uns Indigenen nur ein Auto schenken müsse, damit wir in Wasserkraft-Projekte einwilligen. Doch ich sage klar, dass es mir viel lieber wäre, wir könnten weiterhin neben unseren Häusern Fische fangen.

 

Der Buriti Wasserfall in Brasilien ist bedroht durch ein Wasserkraftwerk.
Wenn wir die Wahl gehabt hätten, hätten wir uns gegen den Staudamm entschieden – doch sie hatten bereits mit dem Bau begonnen. Wir verhandeln jetzt mit den Kraftwerkbetreibern darüber, dass sie uns dabei unterstützen, eine Fischzucht aufzubauen. Die Gespräche gehen aber nur schleppend voran. Gleichzeitig treiben sie neue Pläne im Rekordtempo voran, um ein weiteres Wasserkraftwerk in unserem Territorium zu bauen. Sie planen sogar, den Wasserfall in der Nähe von unserem Dorf aufzustauen. Doch für uns ist er heilig – hier finden spirituelle Zeremonien statt, wenn Menschen krank sind.

 

Wir trauen den zuständigen Behörden nicht, dass sie unsere Rechte innerhalb des markierten indigenen Territoriums akzeptieren – der Wasserfall liegt in unserem Territorium. Wir werden uns wehren müssen, wenn wir diesen heiligen Ort, unser Land, unseren Fluss und unseren Wald erhalten wollen.

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(Luzern/Bern, 9.11.2017) Am 6. November hat in Bonn die 2. Konferenz nach dem Pariser Klimaabkommen begonnen. Obwohl der vor dem Untergehen bedrohte Inselstaat Fidischi die Konferenz präsidiert, drohen die berechtigten Anliegen der betroffenen Menschen vergessen zu gehen. Fastenaktion und HEKS sind an der Konferenz präsent und begleiten Organisationen aus Brasilien und dem Kongo, um deren Anliegen Gehör zu verschaffen.

 

Vor 2 Jahren wurde in Paris das bislang wichtigste Klimaabkommen der Geschichte verabschiedet. Aber ambitionierte Emissionsziele, die die Bekenntnisse im Pariser Abkommen verbindlich umsetzen würden, lassen in der Schweiz weiter auf sich warten. Doch die Zeit drängt. Bereits in wenigen Jahren wird das 1,5 Grad-Ziel unerreichbar sein, denn aktuell befinden wir uns auf einem 3 – 6 Grad-Kurs, den grosse Teile der Menschheit nicht überleben können. Wie auch der Inselstaat Fidschi, der die diesjährige Konferenz präsidiert, denn das Inselreich droht unter dem steigenden Meeresspiegel zu versinken.

 

An Inselstaaten zeigt sich beispielhaft die besondere Verwundbarkeit vieler benachteiligter Menschen. Ihre Stimmen tragen Fastenaktion und HEKS an die Klimakonferenz. Denn das Schicksal der betroffenen Menschen steht nicht auf der Tagesordnung. Denn ihre Argumente und die der bedrohter Staaten erfordern ein mutiges Handeln. Doch diese Argumente drohen vor den lautstarken Debatten der Delegierten an den Verhandlungstischen unterzugehen. Nationale Eigeninteressen und Verhandlungstaktik sind weit wichtiger.

 

Die betroffenen Menschen ins Zentrum stellen

 

«Es geht um die Menschen, die unter dem Klimawandel leiden, aber nicht zu den Verursachern gehören,» betont Stefan Salzmann, Verantwortlicher für Klimafragen bei Fastenaktion, «deren Anpassung an den Klimawandel sollte im Zentrum stehen.» Seit Jahren ist die Anpassung bzw. die Adaptation ein wichtige klimapolitische Forderung von Fastenaktion und HEKS, da der Klimawandel für sie bereits heute eine Bedrohung darstellt. Zusammen mit Projektpartnern fördern die Entwicklungsorganisationen beispielsweise agrarökologische Anbaumethoden in von Dürren betroffenen Gebieten. An der Klimakonferenz engagieren sie sich dafür, dass Agrarökologie auch als politisches Argument Gehör findet.

 

Vielmehr als über Anpassung wird in Bonn über Minderung bzw. Mitigation gesprochen: Als Lösung des Klimaproblems werden immer mehr Projekte erneuerbarer Energieproduktion geplant. Gemeinsam mit der Partnerorganisation Uma Gota no Oceano aus Brasilien, vertreten durch die Leiterin Maria Paula Fernandes, bringen Fastenaktion und HEKS an der Klimakonferenz ein, dass soziale Aspekte bei der Energieproduktion wichtig sind. Ansonsten schaffen die Lösungsansätze neue Probleme – wiederum auf Kosten der Benachteiligten.

 

Aufmerksam werden Fastenaktion und HEKS auch die Positionen der Schweizer Delegation verfolgen, da die Schweiz erstmals als vollwertiges Mitgliedsland an der Klimakonferenz teilnimmt. Dazu Julia Jawtusch, Verantwortliche für Klima und Landwirtschaft bei HEKS: «Gefragt wäre eine profilierte und ambitionierte Klimapolitik, welche auch die Finanzierung der notwendigen Massnahmen, aber auch von Schäden und Verlusten, beinhaltet. Wie dies geschehen soll, steht hingegen noch in den Sternen.»

 

https://fastenaktion.ch/

http://www.bfa-ppp.ch/

 

Weitere Informationen: Stefan Salzmann, Fachverantwortlicher Klima und Energie (Kontakt bitte über die nachstehenden Personen) Matthias Dörnenburg, Mediensprecher, 079 759 90 22, doernenburg@fastenaktion.ch oder Colette Kalt, Fachverantwortliche Medien und Publikationen, 079 352 38 04, kalt@fastenaktion.ch

Am Freitag steht Frau Maria Paula Fernandes, Leiterin der Partnerorganisation Uma Gota no Oceano für Interviews zur Verfügung.